26.03.2016: Die Nachhaltigkeits-Berichtspflicht kommt – Ihre Chance!

Neulich war ich bei einem Treffen von Unternehmern. Als das Thema Nachhaltigkeits-Berichtspflicht aufkam, ging ein Stöhnen durch die Reihen: „Es gibt doch schon genug Regularien, Auflagen und Bürokratie. Und jetzt auch noch das!“ Der Ärger war förmlich greifbar. Dabei hat in diesem Falle der „Zwang“ etwas Gutes für die Unternehmen. Denn die Beschäftigung mit Ökologie und Sozialem kann den Unternehmen helfen, Lösungen für Probleme zu entdecken, an denen sie schon lange vergeblich herumbasteln. Das wird vielfach glaubhaft berichtet. Und: Mit dem kostenlosen Standard des Deutschen Nachhaltigkeitskodex (DNK) gelingt ein wirklich schmaler und gewinnbringender Einstieg in das Thema.

Die Fakten:

Mit Wirkung ab 2017 wird die EU-Richtlinie zur Berichterstattung sogenannter nicht-finanzieller Informationen in deutsches Recht umgesetzt. Von der Umsetzung der EU-Richtlinie in Deutschland unmittelbar betroffen sind große kapitalmarktorientierte Kapitalgesellschaften, Kreditinstitute und Versicherungsunternehmen, die eine Bilanzsumme von 20 Mio. Euro oder Umsatzerlöse von 40 Mio. Euro und zugleich die Zahl von 500 Arbeitnehmern überschreiten. Berichtsinhalte sind Angaben zu Umwelt-, Arbeitnehmer- und Sozialbelangen, zur Achtung der Menschenrechte und zur Bekämpfung von Korruption und Bestechung.

Betrifft diese Berichtspflicht also nur „die Großen“? Rein rechtlich: Ja. Doch inzwischen berichten immer mehr Unternehmen von Kundenanfragen, die eine Aufforderung in etwa dieser Art enthalten: „Bitte legen Sie Ihrem Angebot eine glaubhafte Stellungnahme zur Nachhaltigkeit in Ihrem Unternehmen bei.“ Das bedeutet: Mittelbar sind über die Lieferkette auch die kleinen und mittleren Unternehmen gefragt, Position zu beziehen. – Was also tun?

Das Angebot des DNK

Auf jeden Fall sollten Unternehmen nicht warten, bis sie ins Hintertreffen kommen. Die einfachste Lösung, sich diesem Thema zu nähern ist das Angebot des Deutschen Nachhaltigkeitskodex (DNK) des Rats für Nachhaltige Entwicklung der Bundesregierung. Das Angebot ist kostenlos, bietet den Berichtsstandard mit dem geringsten Umfang und ist vor allem für kleine und mittelgroße Unternehmen gut geeignet. Damit entsprechen Unternehmen der Berichtspflicht und Kunden-Anforderungen voll und ganz. Sein großer Vorteil liegt im überschaubaren Aufwand, mit dem die Unternehmen die von Gesetz und Markt geforderte Transparenz schaffen. Dies bestätigt auch eine zuletzt vom Rat für Nachhaltige Entwicklung durchgeführte Umfrage:

Die DNK-Anwenderunternehmen berichten übereinstimmend über die Gründe für die Anwendung des DNK:

  • Steigerung der Unternehmensreputation.
  • Unterstützung des Rats für nachhaltige Entwicklung / der Bundesregierung.
  • Niedrigschwelliger Einstieg in die Berichterstattung.

Etliche berichten auch, dass die Adressaten der eigenen DNK-Erklärung ihre wichtigsten Kunden sind. Die Ergebnisse der Umfrage können Sie hier einsehen.

Und noch etwas: Kein Unternehmen fängt in Sachen Nachhaltigkeit bei „Null“ an. Alle tun bereits etwas dafür, nur: Sie bringen es nicht mit Nachhaltigkeit in Verbindung und ihr Engagement ist oft nicht genügend strategisch ausgerichtet, was dazu führen kann, dass sie nur wenige Vorteile daraus ziehen können.

Brauchen Sie dafür einen Dolmetscher oder haben Sie Interesse an weiteren Informationen zum DNK? Dann nehmen Sie Kontakt zu mir auf.